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Blattlaus


 

 Die Blattlaus gehört zur Familie der Pflanzenläuse und zählt zu den bekanntesten Pflanzenschädlingen. Weitere Gartenschädlinge sind Schnecken, der Maulwurf und die Wühlmaus. Das erwachsene Tier ist ca. 1 - 4 mm gross, geflügelt oder ungeflügelt, und hat am Hinterleib zwei nach hinten gerichtete Saugrüssel. Die kleinen, hauptsächlich grünen oder schwarzbraunen Tierchen, befallen am liebsten junge Triebe, Blattunterseiten und Blüten und machen durch ihr massenhaftes Auftreten und ihre rasante Vermehrung den Gärtnern das Leben schwer.

 Schadbild:

 Beim einstechen injizieren sie ihren Speichel in die Pflanzen. Dies führt zu Verfärbungen und Aufwölbungen. Mit ihrem Saugrüssel können die Blattläuse gezielt die Leitungsbahnen der Pflanzen anzapfen. Diese Saugtätigkeit verursacht Verkrüppelungen der Triebe. Im Extremfall können ganze Partien vertrocknen und absterben. Auf dem ausgeschiedenen Honigtau (klebrige zähe Masse) siedeln sich oft Russtaupilze an, die den Blättern ein schmutziges Aussehen geben. Vor allem aber können Blattläuse die gefürchtete Virus-Pflanzenkrankheit übertragen. Hierbei ist es am besten die ganze Pflanze zu vernichten.

Blattlaus

 Bekämpfung der Blattläuse:

 Vorbeugung:

 Die beste Vorbeugung ist das Ansiedeln von nützlichen "Gegenspielern" wie Marienkäfern, Ohrwürmern, Schwebfliegen, Florfliegen und Schlupfwespen. Trockene Luft vermeiden - Luftfeuchtigkeit anstreben (im Wintergarten bzw. Glashaus)!

 Chemische Bekämpfung:

 Durch Fungizide: sie dringen in das Blatt und werden von den Schädlingen durch den Pflanzensaft aufgenommen.

 Biologische Bekämpfung:

 Durch Pyrethrum: ein bewährtes Mittel gegen saugende Insekten.

 Hausmittel: Abspritzen mit einem scharfen Wasserstrahl. Die abgefallenen Insekten finden nicht mehr zurück und werden Beute der Nützlinge.

 Spritzungen mit Brennnesseljauche:

 Ein beliebtes Düngemittel sind Pflanzenjauchen. Insbesondere Brennnesseln eignen sich gut dazu, und wer hat sie nicht im Garten - Brennnesseln. Schon bei der kleinsten Berührung brennt es. Also weg damit. Gartenhandschuhe an und herausziehen. Diese störenden Brennnesseln sollte man aber nicht einfach auf den Kompost werfen. Insbesondere die jungen Triebe der Brennnesseln eignen sich dazu, eine pflanzenstärkende und Blattläuse vertreibende Jauche anzusetzen.

 Will man eine derartige Brennnesseljauche ansetzen, so verwendet man 1 Kilo Kraut und 10 Liter Wasser. Bentigt man nicht so viel Brennnesseljauche, so genügen zum Beispiel auch 400 Gramm Brennnesselkraut und 4 Liter Wasser. Brennnesseljauche dient zum einen zum Düngen, zum anderen aber auch als Schutz vor, bzw. dem Vertreiben von Schädlingen und Ungeziefer, insbesondere vor Blattläusen.

 Um Brennnesseljauche zu erhalten, benötigt man zunächst einmal ausgewaschenes frisches Brennnesselkraut, das man mit drei Litern kochendem Wasser übergießt, wobei man das Brennnesselkraut vorher noch mit einer Gartenschere zerkleinern sollte. Mit hinzu geben kann man noch Ackerschachtelhalme, welches als Ackerunkraut gilt, aber auch eine bedeutende Heilpflanze ist und Kieselsäure enthält.

Blattläuse

 Für das Ansetzen der Jauche verwendet man in der Regel ein Fass oder einen Eimer aus Holz oder Kunststoff, kein Metall, da Metall von der Jauche angegriffen wird. Für die Wasserbefüllung kann man auch zuvor gesammeltes Regenwasser verwenden. Da die Jauche einen sehr strengen Geruch entwickelt, sollte man das Fass oder den Eimer mit der angesetzten Jauche nicht allzu nahe am Haus hinstellen. Eine Abdeckung bietet zusätzlichen Schutz vor dem Gestank.

 Der angesetzte Sud bleibt dann zwei bis sechs Wochen stehen - aber wichtig, nicht vergessen: öfters mal umrühren. Dies dient der Belüftung. Nach zwei bis sechs Wochen bilden sich Bläschen und ein sehr unangenehmer Geruch. Anschließend muss man den Sud durch ein Sieb abgießen, wobei der abgegossene Sud genauso unangenehm riecht, wie die Brennnesseljauche selbst.

 Aufgebracht wird die Brennnesseljauche auf die zu behandelnden Stellen mit einer Sprühflasche. Man kann hierfür selbstverständlich auch eine Gießkanne verwenden. Eingesprüht, bzw. begossen werden mit der Brennnesseljauche die Blattunterseiten der von den Blattläusen befallenen Pflanzen. Eine Behandlung von Pflanzen mit der angesetzten Brennnesseljauche muss mindestens einmal am Tag erfolgen, um Erfolge zu erzielen (das heißt, dass festgestellt werden kann, dass alle Blattläuse durch den Gestank der Brennnesseljauche vertrieben worden sind), wobei man mindestens drei Tage hintereinander die Prozedur mit dem Besprühen der befallenen Pflanzen mit der Sprühflasche wiederholen muss.

 Spritzungen mit Brühe:

 Hierbei muss man die dazugehörigen Kräuter 24 Stunden einweichen, danach aufkochen und ca. 20 Minuten sieden lassen. Brühe kann man aus Tomatenblättern und - stengeln, sowie aus Rhabarberblättern herstellen.

 Begiessen mit Nikotinsud:

 Zigarettenkippen einweichen, ein paar Tage stehen lassen oder Schmierseifenlösung (1 Teelöffel Brennspiritus, 1 Teelöffel Schmierseife, 1 ltr. Wasser). Besprühen mit Rapsöl! Gelbsticker gegen fliegende Blattläuse!

 Bei Zimmerpflanzen reicht es die gesamte Pflanze 24 Stunden in lauwarmes Wasser zu tauchen - diese Prozedur überstehen die Blattläuse nicht.

 Rosen schätzt man vor Blattläusen indem man dazwischen Lavendel pflanzt oder dicht an jeden Rosenstock eine Knoblauchzehe steckt.

 Hausmittel helfen nicht sofort - nur regelmässiger Einsatz bringt Erfolg.

 Wichtig: Nicht zu lange warten, bis die Pflanze total befallen ist, sondern die Schädlinge frühzeitig bekämpfen!

 

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Zuletzt aktualisiert am: 09.05.2017 21:02:44



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