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Brunnenkresse


 

Die Echte Brunnenkresse trägt den botanischen Namen Nasturtium officinale. Da sie Feuchtigkeit mag, wird diese Pflanze gerne als Teichpflanze genutzt. In der Natur wächst die Brunnenkresse vorwiegend an Bachläufen oder anderen feuchten Plätzen. Da sie jedoch sauberes Wasser benötigt, ist diese Pflanze im Zuge der Umweltverschmutzung nur noch selten als Wildpflanze in der Natur zu finden.


Brunnenkresse
Nasturtium officinale ist eine wintergrüne Sumpf- und Wasserpflanze, deren Stängel bis zu neunzig Zentimeter lang werden können. Das Kraut blüht von Ende Mai bis Juli mit weißen Blüten. Der in den Kelchblättern der Blüten enthaltene Nektar ist lediglich für Bienen und Falter erreichbar. Sollte das Wetter zu schlecht sein, bestäubt sich die Pflanze in geschlossenen Blüten selbst.

Da Brunnenkresse reichhaltig an Vitamin C ist, wird sie auch in der Küche als gesundes Kraut für Suppen und Salate benutzt.

Brunnenkresse kann mit dem bitteren Schaumkraut verwechselt werden, aber auch diese Pflanze ist ungiftig, sodass keine Gefahr bei der Verwechslung ausgeht. Im Volksmund wird Brunnenkresse auch Bachkresse, Wasserkresse, Bachbitterkraut, Bitterkresse oder Wassersenf genannt.

Brunnenkresse Arten / Sorten

Nasturtium x officinalis ist die rote Brunnenkresse, die einen würzigeren Geschmack vorweist. Ihre Blätter sind von burgunderroter Farbe.

Es gibt noch die Sorte Nasturtium microphyllum, eine kleinblättrige Kresse, die in vielen Bundesländern schon zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzen gehört. Da diese Art wenige Vorteile im Gegensatz zur echten Brunnenkresse zu bieten hat, wird keine Kultivierung der kleinblättrigen Brunnenkresse betrieben.

Brunnenkresse / Inhaltsstoffe

In Brunnnenkresse ist viel Jod enthalten. Weiterhin enthält das Kraut folgende Inhaltsstoffe:

    Vitamin C
    Vitamine A, E und B1
    Eisen
    Natrium
    Phosphor
    Kalzium
    Ätherische Öle
    Bitterstoffe
    Gerbstoffe
    Zucker

Vorwiegender Bestandteil von Brunnenkresse ist Wasser und in kleiner Menge sind Kohlenhydrate, Fett und Protein enthalten.

Brunnenkresse Anbau im Garten

Da Brunnenkresse einen sehr feuchten Standort benötigt und in der Natur an Bachläufen wächst, ist der Anbau in einem Gartenbeet ohne Wasserzulauf und -ablauf mit einer etwas aufwendigen Vorbereitung verbunden. Es gibt aber auch eine recht simple Variante für den Anbau im Garten.

Oft wird Brunnenkresse von Hobbygärtnern im oder am Gartenteich gepflanzt. Möchte man die Brunnenkresse im Gartenteich anbauen, setzt man die Pflanzen in einen Gitterkorb. Der Korb sollte höchstens fünfzehn Zentimeter tief ins Wasser gestellt werden. In den Korb wird ein Unkrautvlies gelegt, darauf die Erde und obenauf ein paar Kieselsteine. Somit bleibt die Erde im Korb und wird nicht ins Wasser geschwemmt.

Soll die Brunnenkresse den Teichrand zieren, empfiehlt sich ebenfalls das Pflanzen in einem Gitterkorb, den man am Teichrand eingräbt.

Eine andere Möglichkeit ist das Anlegen eines Grabens mit Wasserzulauf und –ablauf. Der Graben sollte etwa zwei Meter breit und rund fünfzig Zentimeter tief sein. Da die Brunnenkresse frisches und langsam fließendes Wasser bevorzugt, wird ein Gefälle eingebaut.

Möchte man ein Beet anlegen, das über keinen Zu- und Ablauf von Frischwasser verfügt, gräbt man ein dreißig Zentimeter tiefes, zwei Meter langes und zwei Meter breites Loch. Aus der ausgehobenen Erde wird ein Wall rund um dieses Loch gebaut. Damit der Erdwall nicht abrutscht, befestigt man ihn mit Ziegelsteinen. Auf den Boden des Lochs werden lose Ziegelsteine gelegt, die nicht mit Zement oder Mörtel verbunden werden. Aufgrund dieser Ziegelsteine kann Gießwasser langsam versickern. Auf die Steine wird drei Zentimeter hoch feiner Sand geschüttet. Darauf folgt drei Zentimeter hohe krümelige Gartenerde. Zum Schluss wird eine etwa vier Zentimeter hohe Schicht Kompost auf die Gartenerde verteilt, der zuvor gesiebt wurde.

Bevor die jungen Pflanzen mit einem Abstand von etwa zwanzig Zentimeter gepflanzt werden, glättet man die Erde. Nach dem Einpflanzen gießt man die Jungpflanzen mit reichlich Wasser an. Sobald die Pflanzen etwa sieben Zentimeter groß sind, füllt man nochmal etwas Kompost nach. Nun gießt man die Jungpflanzen jeden Tag zwei Mal mit genügend Frischwasser.

Die einfachste Methode für den Anbau im Garten ist die Verwendung eines wasserdichten Pflanzbehälters. Dieser Behälter wird in die Erde eingegraben, wobei das Wasser in diesem Gefäß zirka einen Zentimeter über den Boden stehen sollte. Das Wasser muss einmal wöchentlich ausgetauscht werden.

Pflege der Brunnenkresse

Standort: Die Brunnenkresse benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Das Kraut mag keine pralle Sonne.

Substrat: Das Substrat richtet sich nach dem Standort:
Wird die Brunnenkresse im Gartenteich gepflanzt, sollte Teicherde verwendet werden.
Im Gartenbeet muss das Substrat so gut wie nicht durchlässig sein. Empfehlenswert ist lehmige, tonige Erde oder lehmig sandiger Boden.

Die Erde muss unbedingt feucht gehalten werden. Deshalb bietet es sich an, einen Wasserzulauf und –ablauf einzubauen. Zudem muss das Wasser stets sauber und frisch sein.

Düngen: Brunnenkresse wird nicht gedüngt. Lediglich im Fall des Anbaus in einem Gartenbeet ohne Wasserzulauf und –ablauf sollte Kompost untergemischt werden.

Wurde die Brunnenkresse in einem Beet angelegt, helfen niedrige Erdwälle, die mit einer Folie oder einem Vlies abgedeckt werden.

Bei der Kultivierung in einem Pflanzbehälter sollte das Gefäß den Winter über im Haus stehen

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Schnecken

Manche Schädlinge werden von Brunnenkresse förmlich angezogen. Besonders Nacktschnecken mögen dieses Kraut sehr gerne. Hier hilft es nur, täglich nachzuschauen und die Schnecken abzusammeln. Schneckenkorn würde zwar diesen Schädlingen den Garaus machen, aber dann ist die Brunnenkresse nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Blattläuse

Auch Blattläuse machen vor Brunnenkresse keinen Halt. Eine bewährte Methode von Hobbygärtnern ist ein Gemisch aus einem Liter Wasser, ein Esslöffel Spiritus und fünfzehn Milliliter Schmierseife. Mit diesem Gemisch wird das Kraut besprüht.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau entsteht dann, wenn sich Brunnenkresse in stehendem Wasser befindet. Dieser Pilz ist an den Unterseiten der Blätter an einem weißen Belag erkennbar. Ist das Kraut von falschem Mehltau befallen, ist es für den Verzehr nicht mehr geeignet.

Brunnenkresse vermehren

Die Vermehrung von Brunnenkresse ist relativ simpel und kann via Aussaat oder mittels Stecklingen passieren. Der Vorteil der Stecklingsvermehrung liegt in der Vererbung der Eigenschaften: Die Pflanzen sind alle identisch. Bei der Aussaat ist dies nicht unbedingt der Fall.

Aussaat

Brunnenkresse wird vorgezogen, denn würde man den Samen direkt im Freiland aussäen, gäbe man damit Vögeln eine beliebte Delikatesse. Von den Samen bliebe nicht mehr viel übrig.

Die Aussaat erfolgt von Februar bis April. Man füllt in einen wasserdichten Anzuchtbehälter eine Mischung aus Sand und Kompost, der bereits gut verrottet sein sollte. Da Brunnenkresse ein Lichtkeimer ist, werden die Samen nur leicht in die Erde gedrückt. Der Behälter wird mit einer Folie oder einem Glas abgedeckt und an einen warmen und hellen Platz gestellt. Nach sieben bis zwanzig Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge. Sind diese rund fünf Zentimeter hoch, pikiert man die Pflanzen und entfernt die schwächeren Keimlinge. Für die Weiterentwicklung der Jungpflanzen ist es wichtig, dass sie permanent in Wasser stehen, wobei die Wassertiefe ein Zentimeter betragen sollte. Im Mai können dann die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden.

Stecklinge

Für die Vermehrung mit Stecklingen werden die Triebe an einer Wurzelverzweigung abgebrochen. Nun füllt man ein wasserdichtes Pflanzgefäß mit einem Kompost-Sand-Gemisch. Die Triebe werden in dieses Gemisch gesteckt, sodass sich die Hälfte des Triebes im Substrat befindet. Für eine schnelle Wurzelbildung muss das Substrat ständig mit Wasser bedeckt sein. Der Wasserstand sollte eine Höhe von ein Zentimeter vorweisen.

Brunnenkresse im Topf / Kübel

Für die Kultivierung im Topf wählt man einen Topf aus Plastik, denn darin hält sich die Feuchtigkeit besser als in einem Topf aus Terrakotta. Auf den Boden des Topfes legt man groben Kies oder Tonscherben. Als Substrat bietet sich ein Gemisch aus Gartenerde, ein bisschen Kompost und groben Sand an.

Der Topf sollte einen halbschattigen Platz bekommen, auf den nicht die pralle Sonne scheint. Auch in der Küche auf dem Fensterbrett fühlt sich die Brunnenkresse wohl, solange sie nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist.

Zum Gießen wird frisches Wasser verwendet und zudem sollte jeden zweiten Tag das Wasser ausgewechselt werden. Die Brunnenkresse muss somit stets feucht gehalten werden.

Der richtige Schnitt von Brunnenkresse

Im Grunde muss Brunnenkresse nur zur Ernte geschnitten werden. Allerdings wächst das Kraut besser, wenn man alle Blüten nach der Blütezeit abschneidet. Damit wird der Neuaustrieb gefördert.

Ernte der Brunnenkresse

Mit der Ernte kann begonnen werden, wenn die Pflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht haben. Dazu schneidet man das Kraut bodennah ab.

Konservieren der Brunnenkresse

Brunnenkresse gehört zu den Kräutern, die frisch verzehrt werden sollten. Im getrockneten Zustand verliert das Kraut sein würziges Aroma und der Geschmack ähnelt eher Heu. Friert man Brunnenkresse ein, wird sie beim Auftauen sehr matschig und sieht unappetitlich aus. Man könnte höchstens ein Pesto herstellen und dies im Kühlschrank aufbewahren.

Brunnenkresse Verwendung in der Küche

Der Geschmack der Brunnenkresse ist scharfwürzig und wird deshalb gerne zum Würzen von Salaten und Kräutersaucen verwendet. Man könnte den Geschmack mit dem von Rettich vergleichen. Damit die Schärfe nicht zu stark durchkommt, sollte mit der kleingehackten Brunnenkresse eher sparsam gewürzt werden.

Mit dem frischen Kraut lassen sich auch Brotaufstriche, herzhafte Quarkspeisen und Kartoffelgerichte würzen.

Tee

Ein Tee aus Brunnenkresse soll bei Erkältungen, Verstopfung, Appetitlosigkeit und Gallensteinen helfen. Dazu werden zwei Gramm des Krauts mit 250ml kochendem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten wird der Tee abgeseiht. Pro Tag sollten maximal drei Tassen Tee getrunken werden.

Hinweis: Brunnenkresse-Tee darf nicht getrunken werden, wenn man unter Darmgeschwüren, Magengeschwüren oder einer entzündlichen Nierenkrankheit leidet. Ebenso sollten Kleinkinder keinen Brunnenkresse-Tee trinken.

Brunnenkresse als Heilkraut

Brunnenkresse wirkt besonders bei Atemwegsbeschwerden und Verdauungsproblemen. Ebenso soll das Kraut bei unreiner Haut, Ekzemen, Akne, Rheuma, Blutarmut, Magenkrämpfen und Stoffwechselproblemen helfen. Zudem wirkt Brunnenkresse appetitanregend.

Für die Linderung dieser Beschwerden wird der oben beschriebene Tee zubereitet und getrunken.

 

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Zuletzt aktualisiert am: 09.05.2017 10:58:28



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