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Maulwurfsgrille


 

 Die Maulwurfsgrille ist ein Insekt, welches unterirdisch lebt. Es hat einerseits große Grabschaufeln, wie ein Maulwurf, auf der anderen Seite aber eine Körperform wie eine Grille. Sie kann auch einen für Grillen typischen Ton erzeugen. Maulwurfsgrillen gehören zu den heimischen Heuschrecken.

Maulwurfsgrille

  Lange Zeit wurde angenommen, dass Maulwurfsgrillen Wurzeln fressen. Deshalb wurden sie als Schädlinge bekämpft. Heute weiß man, dass sie Fleischfresser sind und unter anderem auch Schädlinge vertilgen. Maulwurfsgrillen können aber beim Graben die Wurzeln von Pflanzen beschädigen oder zerstören. Von einigen Arten wird angenommen, dass sie auch zarte und junge Triebe von Pflanzen verzehren. Inzwischen stehen fast alle Arten der Maulwurfsgrillen in Westeuropa und Amerika unter Artenschutz. Die Grillen sind auch überaus nützlich. Das Sekret, welches die Maulwurfgrillen zu ihrer Verteidigung benutzen, wird in Asien bereits seit langer Zeit als Heilsalbe verwendet.

 Bekämpfen kann man die Maulwurfsgrille mit Nematoden (Fadenwürmern) und zwar den Steinernema-carpocapsea-Nematoden. Die Nematoden sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Sie sollte man in den Gängen der Grille auslegen. Über die Atmungsöffnungen dringen die Nematoden in die Blutbahn der Maulwurfsgrille ein und geben dort spezielle Bakterien ab. Die Nematoden sind für Menschen, Tiere und Pflanzen völlig ungefährlich, nur nicht für die Maulwurfgrille. Man bekommt Nematoden von Nützlingsanbietern direkt mit der Post nach Hause geliefert. Eine Packung mit rund 10 Millionen Nematoden kostet ab etwa 10 Euro. Diese Menge reicht für eine ca. 20 Quadratmeter große Fläche.

Maulwurfsgrille

  Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz der Nematoden sind eine Bodentemperatur von 12 Grad Celsius und der richtige Zeitpunkt. Ideal ist ein Ausbringen der Nematoden vor der Eiablage der Maulwurfgrille, also von April bis spätestens Juni. Im Gewächshaus und im Frühbeet, wo sie sich besonders gern ansiedeln, sollte man bereits sechs Wochen früher beginnen. Die Nematoden werden in Pulverform geliefert und müssen mit Wasser aufgelöst werden. Die Menge erfährt man aus der Packungsbeilage. Mit der Gießkanne bringt man sie aus, idealer Weise am frühen Morgen bzw. am Abend.

 Die Nematoden wirken nur gegen die ausgewachsenen Grillen, nicht gegen die Larven der Maulwurfgrille. Wegen der langen Entwicklungszeit der Larven von bis zu zwei Jahren, empfiehlt es sich, die Behandlung in den Folgejahren zu wiederholen.

 Die billigere Alternative zur Bekämpfung ist, leere Marmeladengläser ebenerdig einzupflanzen. Über sternförmig um die Fallen ausgelegte Bretter (Barriere), lassen sich die Tiere geschickt zu den Fallen leiten. Die Tiere fallen auf ihren nächtlichen Wanderungen hinein und können an den glatten Wänden nicht wieder hoch. Man kann die Grillen umsetzen, halt möglichst weit vom eigenen Grundstück entfernt. Effektiv ist auch das Ausgraben der Nester im Juni/Juli. Mit dem Zeigefinger kann man den waagerechten Gängen folgen, bis der senkrechte Abgang zum Nest ertastet werden kann.

 Natürliche Feinde der Maulwurfgrillen sind der Maulwurf, Krähen, Stare, Amseln und Dachse.

 

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Zuletzt aktualisiert am: 09.05.2017 21:38:52



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