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Moos bekämpfen


 

Moos im Rasen erfolgreich bekämpfen

 
Oft wird der mühsam neu angelegte Rasen binnen weniger Jahre vom Moos überwuchert. Die Gründe sind immer dieselben: Fehler bei der Rasenanlage oder -pflege, oft aber auch beides. So wird Euer Rasen dauerhaft moosfrei.
 
Moose sind sehr altertümliche, anpassungsfähige Pflanzen und breiten sich wie die Farne über Sporen aus. Im Rasen macht sich ein Moos mit dem ulkigen deutschen Namen Sparriger Runzelbruder (Rhytidiadelphus squarrosus) breit, wenn der grüne Teppich nicht optimal wächst und in der Grasnarbe Lücken entstehen. Für eine nachhaltige Moosbekämpfung ist es deshalb wichtig, dass man die Ursachen für das gestörte Rasenwachstum analysiert und diese abstellt. Ansonsten bleibt es bei einer Bekämpfung der Symptome, das Moos wächst also immer wieder nach und muss jedes Jahr aufs Neue beseitigt werden.
Wenn Moos im Rasen gehäuft auftritt, hat das in der Regel mindestens einen der folgenden Gründe:
 
  • Nährstoffmangel (insbesondere Stickstoffmangel)
  • schwerer, verdichteter Boden, meist in Verbindung mit Staunässe
  • ungeeignete Saatgutmischungen wie 'Berliner Tiergarten'
  • zu wenig Licht, zum Beispiel unter Baumkronen
  • zu niedriger pH-Wert (der Rasen wächst auf Böden unter pH 5 (Sand) und 6 (Lehm) nicht mehr optimal)
  • zu tiefer und/oder zu seltener Schnitt
 
Bevor es an die Bekämpfung der Ursachen für den Moosbefall geht, solltet Ihr das Moos mechanisch aus der Grasnarbe entfernen. Einen Vertikutierer benötigt Ihr dafür nicht unbedingt – oft reicht es schon, wenn Ihr den Moosaufwuchs mit einer Eisenharke aus der Grasnarbe herauskratzt.
 
Moos im Rasen: So beseitigt Ihr die Ursachen
 
Der Nährstoffmangel als häufigster Grund lässt sich mit dem richtigen Rasendünger und mit künftig etwas mehr Dünge-Disziplin relativ leicht beseitigen. Ein hochwertiger Dünger mit hohem Kaliumanteil fördert die Widerstandsfähigkeit und Standfestigkeit der Gräser. Optimal ist ein organischer Rasendünger mit Eisenanteil, zum Beispiel der "RasenDünger Spezial 5PLUS1" von Neudorff. Durch die schnelle und nachhaltige Nährstoffaufnahme, die dieser Dünger gewährleistet, bauen die Gräser rasch Blattgrün auf und schließen die Lücken in der Grasnarbe, da sie stärker in die Breite wachsen. Der Rasen verdrängt in der Folge aus eigener Kraft Moos und Unkraut. Die organische Nährstoffkomponente hat den Vorteil, dass sie die Aktivität der Mikroorganismen und damit die Zersetzung des Rasenfilzes fördert. Man kann also im günstigsten Fall künftig auf das Vertikutieren verzichten.
 
Die jährliche Nährstoffgabe verhindert, dass sich künftig wieder Moos im Rasen breit macht. Wichtig sind vor allem eine Düngung im Frühjahr mit einem organischen Rasendünger und eine Herbstdüngung Anfang September mit einem kaliumbetonten Herbstdünger. Beobachtungen zeigen, dass die langsame und kontinuierliche Nährstoffabgabe der organischen Rasendünger das Breitenwachstum der Gräser fördert, während kostengünstige mineralische Dünger die Gräser vor allem in die Höhe schießen lassen.
 
Feuchte, lehmige Böden
 
Moose wachsen an dauerfeuchten Standorten besonders gut. Deshalb sollte zumindest die oberste 10 bis 15 Zentimeter starke Bodenschicht unter der Grasnarbe möglichst durchlässig sein.
 
Ist der Boden sehr lehmig und feucht, hilft nur regelmäßiges Besanden: Tragt jedes Frühjahr nach dem ersten Mähen eine zwei bis drei Zentimeter hohe Schicht groben Bausand auf. Die Schicht sollte so hoch sein, dass die Blattspitzen der Gräser gerade noch einen Zentimeter herausschauen. Wenn Ihr das jedes Frühjahr wiederholt, stellt sich in der Regel nach drei bis fünf Jahren ein deutlich sichtbarer Effekt ein: Der Rasen wirkt vitaler und das Mooswachstum lässt deutlich nach.
 
Die richtige Saatgut-Mischung
 
Das Rasen-Saatgut ist immer eine Mischung aus verschiedenen Gräserarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der "Berliner Tiergarten" ist als Rasenmischung wohl jedem Hobbygärtner bekannt. Was jedoch die wenigsten wissen: Es handelt sich dabei keinesfalls um ein Markenprodukt mit genau festgelegter Zusammensetzung – im Gegenteil: Jeder Hersteller kann eine beliebige Gräsermischung als "Berliner Tiergarten" anbieten. Die meisten verwenden dafür Futtergräser aus der Landwirtschaft, da diese deutlich kostengünstiger sind als die speziell gezüchteten Rasengras-Sorten. Sie sind aber auch deutlich starkwüchsiger und wachsen kaum in die Breite – die Grasnarbe lässt also genügend Lücken, in denen sich Moos und Unkraut breitmachen können.
 
Wenn Ihr beim Anlegen Eures Rasens eine Billigmischung verwendet habt, solltet Ihr ihn einfach flächendeckend mit einer hochwertigen Mischung nachsäen. Mäht den alten Rasen ganz kurz ab und vertikutiert ihn mit tief eingestellten Messern. Anschließend sät das neue Saatgut aus, verteilt flächendeckend eine dünne Schicht Rasenerde und walzt die Fläche einmal gründlich an. Zum Schluss beregnet Ihr den neuen Rasen und haltet ihn anschließend sechs bis acht Wochen lang gleichmäßig feucht.
 
Problemfall schattiger Rasen
 
Im tiefen Schatten von Bäumen oder Gebäuden ist Rasen immer eine Notlösung, denn er wird meistens nicht richtig dicht und vermoost sehr schnell. Auch spezieller Schattenrasen eignet sich allenfalls für lichten Schatten unter Birken oder Robinien.
 
Oft ist der Boden unter Bäumen eher zu trocken als zu feucht, daher solltet Ihr bei Bedarf rechtzeitig wässern und den Rasenmäher nicht niedriger als fünf bis sechs Zentimeter Mähhöhe einstellen. So bleibt ihm genug Blattfläche, um das spärliche Licht einzufangen. Unter Buchen oder Rosskastanien kann sich auf Dauer kein Rasen etablieren. Hier sind dichte, schattenverträgliche Bodendecker wie Efeu oder Waldsteinie die bessere Wahl.
 
Versauerter Boden
 
Auch ein zu niedriger pH-Wert des Bodens kann das Mooswachstum fördern. Das Moos selbst ist äußerst pH-tolerant und wächst auf sauren und alkalischen Böden gleichermaßen gut. Die Rasengräser hingegen haben auf Sandböden mit einem pH-Wert unter 5 und auf Lehmböden unter pH 6 keine idealen Wachstumsbedingungen mehr – hier ist das Moos konkurrenzfähiger. Übrigens: Auch die Anwendung eines Moosvernichters wie Eisen-II-Sulfat kann den pH-Wert des Bodens senken. Außerdem neigen alle Rasenflächen dazu, im Lauf der Jahre zu versauern, weil sich der Boden mit Huminsäuren aus dem zersetzten Schnittgut anreichert und weil vom Niederschlag laufend Kalk ausgewaschen und in tiefere Bodenschichten verlagert wird.
 
Ein wichtiger Teil der Ursachenforschung ist daher ein Test des pH-Werts. Im Gartenfachhandel sind preiswerte Testsets wie zum Beispiel der "pH-Bodentest" von Neudorff erhältlich. Entnehmt an mehreren Stellen bis in etwa zehn Zentimeter Tiefe etwas Erde und durchmischt diese gründlich in einem Gefäß. Anschließend gießt die Bodenprobe mit destilliertem Wasser auf und prüfen anhand der Farbskala den pH-Wert. Liegt er unter den oben genannten Grenzwerten, solltet Ihr auf der gesamten Fläche kohlensauren Kalk (zum Beispiel "Azet VitalKalk") ausbringen. Hinweise zur richtigen Dosierung findet Ihr auf der Verpackung.
 
Neuem Moos-Befall vorbeugen
 
Die richtige Pflege ist das A und O für einen moosfreien Rasen. Mäht die Fläche während der gesamten Wachstumszeit von März bis November mindestens einmal pro Woche, aber nicht kürzer als vier bis fünf Zentimeter. Stellt im Sommer rechtzeitig einen Rasensprenger auf, wenn der Niederschlag ausbleibt, denn Wassermangel schwächt die Gräser sehr stark und lässt den Rasen bei anhaltender Trockenheit regelrecht "verbrennen". Außerdem solltet Ihr den Rasen gleich im Frühjahr mit einem organischen Langzeit-Rasendünger versorgen. Dieser hält je nach Produkt drei bis sechs Monate vor, so dass Ihr im Regelfall im Sommer noch ein weiteres Mal düngen müsst. Bekommen die Gräser genügend Nährstoffe, bilden sie einen dichten Teppich und lassen dem Sparrigen Runzelbruder keine Chance.
 



Zuletzt aktualisiert am: 19.04.2017 17:54:44



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