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Radieschen


 

 Radieschen (Raphanus sativus subsp. sativus) gehören aus botanischer Sicht zur Familie der Kreuzblütler (Bassricaceae). Sie zählen zum Knollengemüse, da sich die Radieschen in Form von "Knöllchen" im Bereich der Sprossachse zwischen Wurzel- und Blattansatz ausbilden. Radieschen enthalten neben Mineralstoffen und Vitaminen verschiedene Senföle, die ihren pikanten und scharfen Geschmack ausmachen. Außerdem regen diese den Stoffwechsel an und wirken antibakteriell. Ursprünglich stammen Radieschen aus China und Japan – in Europa haben sie sich erst im 16. Jahrhundert etabliert. Das schmackhafte Gemüse mit den roten, rot-weißen oder gar gelben Knollen ist wegen seiner kurzen Vegetationszeit sehr beliebt. Außerdem können Radieschen mit als erstes Gemüse im Jahr gepflanzt werden und so die Saison im Gemüsebeet eröffnen.

 Aussehen und Wuchs
 
 Radieschen werden einjährig kultiviert und entwickeln sich sehr zügig. Sie bilden unter der Erde je nach Sorte runde, ovale oder zylindrische Knollen mit roter, weißer oder halb roter, halb weißer Farbe aus. Die dunkelgrünen, rau behaarten und an den Rändern leicht gezackten Blätter wachsen auf dünnen, 10 bis 15 Zentimeter hohen Stielen.
 
 Standort und Boden
 
 Radieschen benötigen einen sonnigen sowie luftigen Standort. Der Boden sollte leicht bis mittelschwer und humusreich sein. Und – im Idealfall – gleichmäßig feucht.
 
 Fruchtfolge und Mischkultur
 
 Radieschen sind Schwachzehrer. Gute Nachbarn im Beet sind Tomaten, Bohnen und Salate. Nicht geeignet sind Gurken und andere Kreuzblütler wie zum Beispiel Kohlrabi. Dank ihrer kurzen Kulturdauer und ihres vergleichsweise geringen Platzbedarfs sind Radieschen als Vor-, Zwischen- und Nachkulturen ideale Lückenfüller im Gemüsebeet.
 
 Aussaat
 
 Frühe Radieschen-Sorten, die mit wenig Licht und kühlen Temperaturen zurecht kommen, können bereits ab Ende Februar/Anfang März ins Frühbeet oder im Gewächshaus ausgesät werden. Ins Freiland könnt Ihr die Radieschen-Samen ab März aussäen, sobald der Boden gut abgetrocknet und frostfrei ist. Besonders rasch und zuverlässig keimen die Samen bei Temperaturen von 12 bis 15 Grad Celsius. Anfangs kann eine Folie oder ein Vlies zum Schutz nicht schaden.
 
 Für die Aussaat ist es hilfreich, im Beet zunächst ein paar gerade Saatrillen zu ziehen. Diese könnt Ihr mit der Rückseite eines breiten Rechens in die lockere Erde drücken. Sät die Saatkörner nur einen Zentimeter tief und lasst zwischen zwei Körnern rund drei bis fünf Zentimeter Platz. Der Abstand zwischen den Saatreihen sollte etwa 15 Zentimeter betragen. Eventuell kann es bei sehr engem Abstand sinnvoll sein, die Sämlinge nach dem Auflaufen nochmals auf fünf bis acht Zentimeter zu vereinzeln, sodass sie genügend Platz haben, um sich zu entwickeln. Achtet in jedem Fall auf die Platzangaben auf den Saattütchen. Bedeckt anschließend Reihe für Reihe dünn mit Erde und gießt das Saatbett mit einem feinen Strahl aus der Gießkanne oder Brause an. Markiert die Aussaatreihen am besten gleich mit Etiketten oder Pflanzschildern. Die letzten Radieschen können im Freiland noch bis Anfang September ausgesät werden.
 
 Pflege
 
 Wegen der kurzen Kulturdauer gelten Radieschen als besonders pflegeleicht – aber das stimmt so nicht ganz. Gerade wegen ihres rasanten Wachstums müssen Radieschen insbesondere bei Trockenheit und Hitze jeden Tag ausreichend und gleichmäßig gegossen werden, sonst werden die Knollen scharf und holzig. Wenn die Vorkultur gut gedüngt und der Boden ausreichend gelockert ist, benötigen Radieschen keine weitere Düngung. Auf keinen Fall solltet Ihr Radieschen mit frischem Kompost düngen, da sie sehr empfindlich auf Salze reagieren. Gelegentliches Hacken hält den Boden locker und lässt das Knollengemüse gut gedeihen.
 
 Ernte und Verwertung
 
 Im Sommer könnt Ihr die Radieschen bereits drei bis vier Wochen nach der Aussaat ernten. Im Frühjahr und Herbst beträgt die Kulturdauer etwa acht Wochen. Für die Ernte habt Ihr im Frühjahr je nach Sorte etwa zehn Tage, im Sommer hingegen nur vier Tage Zeit. Vorsicht: Zu spät geerntete Radieschen werden pelzig! 
 
 Zieht die Knollen bei der Ernte nacheinander aus dem Beet und esst sie am besten frisch. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen, bleiben Radieschen auch einige wenige Tage im Kühlschrank haltbar. Die zarten Blätter könnt Ihr ebenfalls verwerten, zum Beispiel als Beigabe zu Salaten oder Suppen. Scharfe Radieschen werden milder, wenn man sie in Scheiben schneidet, salzt und ein wenig ziehen lässt. So zubereitet, schmecken sie auch auf einen Butterbrot köstlich.
 
 Sortentipps
 
 Die verschiedenen Radieschen-Sorten unterscheiden sich in der Farbe ihrer Knollen: es gibt rote, rot-weiße, rosafarbene, violette, weiße, gelbe und sogar gelbbraune Sorten. Ein absoluter Hingucker sind die zweifarbigen Radieschen ‘Flamboyant 2/Patricia’. Die Form geht von rund kugelig über länglich oval bis hin zu Zapfen. Wählt in jedem Fall eine Sorte, die zur Jahreszeit passt. Es gibt aber auch Ganzjahressorten für das Freiland. Hier ein paar Sortentipps, geordnet nach Anbauzeit und Standort:
 
 Frühe Sorten für das Gewächshaus und das Frühbeet:
  • ‘Boy’
  • ‘Cyros’
  • ‘Fanal’
  • ‘French Breakfast’
  • ‘Tarzan F1’
 Frühe Freilandsorten:
  • ‘Juwasprint’
  • ‘Knacker’
  • ‘Rota’
 Sommersorten:
  • ‘Carnita’
  • ‘Champion’
  • ‘Cherry Belle’
  • ‘Ilka’
  • ‘Parat’
  • ‘Riesenbutter’
  • ‘Vitessa’
 Bei der Sorte ‘Eiszapfen’ handelt es sich um eine beliebte, traditionelle Züchtung mit spitzen Knollen und schneeweißem Fleisch. Sie eignet sich hervorragend zum Dünsten und kann fast ganzjährig angebaut werden. Gleiches gilt für ‘Rudi’.
 
 Krankheiten und Schädlinge
 
 Zeigen sich Löcher in den Blättern der Radieschen, so sind Erdflöhe am Werk. Häufiges Hacken und genügend feuchter Boden verhindern die Ausbreitung. Ein Befall mit Kohlfliegen lässt sich durch eine sehr frühe (März) oder sehr späte (Anfang September) Aussaat verhindern. Auch ein Insektenschutznetz ist nützlich. Schnecken machen sich ebenfalls gerne über Radieschen her.
 
 Geschmackliche Defizite entstehen durch zu geringe Wassergaben: Die Knollen werden dann scharf. Lang andauernde Trockenheit und Hitze führen zu hohlen und pelzigen Radieschen. Zu kalte Temperaturen während der Keimung oder eine zu späte Ernte lassen die Pflanzen schießen.
 


Zuletzt aktualisiert am: 03.02.2018 14:57:57


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