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Ziergräser teilen


 

 Ziergräser sind mit ihrer filigranen Anmutung ein wertvoller Begleiter in Staudenpflanzungen wie auch in Einzelstellung. Doch manche Arten neigen nach einigen Jahren dazu von innen heraus zu verkahlen. Dann solltet Ihr Eure Ziergräser teilen. So werden die Pflanzen nicht nur verjüngt und sind wieder vitaler, sondern gleichzeitig auch vermehrt.


Ziergräser
 Ziergräser werden in zwei Gruppen unterteilt: Warm-Season-Gräser und Cold-Season-Gräser. Wann und wie die verschiedenen Arten geteilt werden, ist abhängig davon, zu welcher Gruppe sie gehören. Warm-Season-Gräser treiben spät im Jahr aus und lieben einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Erst im Hochsommer blühen sie und erreichen ihre volle Größe, bevor sie im Herbst in die Ruhepause gehen. Klassische Warm-Season-Gräser sind beispielweise Chinaschilf (Miscanthus) und Reitgras (Calamagrostis). Cold-Season-Gräser wiederum sind immergrün, meist kleinwüchsiger und schattenliebend. Zu ihnen zählen die Seggen (Carex), die sich im Schutz der Gehölze wohlfühlen, das gesamte Jahr über attraktiv aussehen und bereits im Frühling blühen. Sie legen im Sommer eine Ruhepause ein.

 Niedrige Ziergräser teilen und vermehren

 Kleine, immergrüne Gräserarten wie die Seggen (Carex) brauchen nach einigen Jahren eine Frischekur durch Teilung, weil sie von innen heraus verkahlen. Andere Beweggründe des Vermehrens sind zu groß gewordene Exemplare, eine Umgestaltung der Beete oder unschönes Aussehen. Die Japan-Segge (Carex morrowii) beispielsweise wird nämlich mit zunehmender Größe immer unansehnlicher. Die wintergrünen Blätter sind sehr zäh und hart, sodass sie kaum vermodern und sich über die Jahre hinweg große Büsche mit vielen braunen Blättern bilden, in denen die frischen Blätter kaum zur Geltung kommen.

 Gute Zeiträume, um immergrüne Gräser zu teilen und gleichzeitig zu vermehren, sind das Frühjahr und der Herbst. Man sollte dies keinesfalls in den Sommermonaten vornehmen, weil die Cold-Season-Gräser dann eine Ruhephase einlegen und nicht so schnell wieder anwachsen. Die pflegeleichten, horstig wachsenden Seggen werden meist nach etwa drei bis vier Standjahren vermehrt. Schneidet bei höheren Arten den Blattschopf bis auf etwa zehn Zentimeter über dem Boden ab. Bei niedrigen Seggen könnt Ihr auf den Rückschnitt verzichten. Grabt die Horste an der Seite etwas frei und stecht mit einem scharfen Spaten Teilstücke ab. Diese könnt Ihr anschließend mit den Fingern weiter zerkleinern und wieder ins Beet pflanzen.

 Schritt für Schritt: Ziergräser teilen

 Mit einem kräftigen Tritt treibt Ihr das Spatenblatt des Spatens durch das dichte Wurzelgeflecht des Ziergrases. Stecht die Erde außen herum ab und hebt die Ballenteile heraus. Größere Stücke könnt Ihr jetzt mit den Händen oder einem scharfen Messer zerkleinern. Je nach Größe bekommt man aus einem gut eingewachsenen Horst drei oder vier kleine Pflanzen mit einem mindestens faustgroßen Wurzelball. Tragt dabei Handschuhe, damit Ihr Euch nicht an den oft scharfkantigen Blättern schneidet.

 Hohe Ziergräser richtig teilen

 Warm-Season-Gräser sind wichtige und dauerhafte Strukturbildner, auch im winterlichen Garten. Nicht nur der Optik wegen sollte man die Blattschöpfe und Blütenstände der sommergrünen Arten in den Wintermonaten stehen lassen – das Laub ist zudem ein guter Winterschutz. Große Gräserhorste bieten sogar Kleintieren, wie Igeln, ein sicheres Quartier für die Wintermonate. Nach vielen Jahren am selben Standort kann es bei horstbildenden Arten wie Rutenhirse (Panicum virgatum) und Chinaschilf (Miscanthus) vorkommen, dass die Mitte des Grasbusches abstirbt. Spätestens dann solltet Ihr das Ziergras teilen, die beste Zeit dafür ist das zeitige Frühjahr. Dies gilt übrigens auch für Gräser, die im Laufe der Jahre riesige Horste bilden. Dazu zählen beispielsweise das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) und die Rasenschmiele (Deschampsia cespitosa). Zu eng gepflanzt, bedrängen sie mit zunehmender Größe die Nachbarpflanzen im Beet. Durch das Teilen bekommen solch hohe Ziergräser auch im Inneren wieder besser Luft.

 Vor dem Teilen solltet Ihr zunächst vertrocknete Halme etwa eine Handbreit über dem Boden abschneiden. Und zieht Handschuhe an – zum Schutz vor den spitzen Halmen! Das Teilen ist bei großen Gräsern generell etwas anstrengender. Ein Kraftakt ist schon das Ausgraben des Horstes mit dem Spaten. Während sich junge Horste mühelos mit einem Spaten teilen lassen, braucht Ihr für große Horste meist eine Axt oder Säge. Teilt große Horste in vier Teile. Dann werden die Teilstücke am neuen Standort wieder eingepflanzt. Gebt etwas Komposterde zu und gießt die Horste kräftig an. Gräser mit Rhizomen werden ähnlich geteilt – hier solltet Ihr darauf achten, dass Ihr die Ausläufer sorgfältig durchtrennt. Meist ist es aber gar nicht nötig, die Mutterpflanze zu teilen, weil sich die ausläuferbildenden Rhizome an den Seiten leicht abtrennen lassen.

Vorteile des Teilens und Vermehrens

 Durch das Teilen wird das Ziergras verjüngt, es treibt wieder kräftiger aus und blüht üppiger. Auch die Lebensdauer des Ziergrases wird dadurch erhöht. Des Weiteren vermehrt man die Pflanze, und kann sie an anderer Stelle im Garten einpflanzen. Übrigens: Damit sich Ziergräser möglichst viele Jahre in einer Pflanzung wohlfühlen, sollten sie nicht zu dicht nebeneinander stehen. Wenn Sie ihnen genügend Platz im Beet einräumen, gedeihen sie vital und kräftig.

 





Zuletzt aktualisiert am: 13.05.2017 17:27:10



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